Im Rahmen meiner
Diplomarbeit an der FAU Erlangen-Nürnberg im Fach Paläontologie
bearbeitete ich ein oberjurassisches Korallenvorkommen nördlich von Konstein
(Mittelfranken).
Betreuer meiner Diplomarbeit war Prof. Dr. Erik Flügel
Der Titel der Diplomarbeit lautet:
Ein Korallenriff aus dem Oberen Malm südlich
von Dollnstein, Mittelfranken
Das Auftreten
der Korallen stellt ein neues Vorkommen in diesem Bereich der Südlichen
Frankenalb dar und wurde auf Grund der Seltenheit von Korallenriffen in diesem
Gebiet genauer untersucht.
Zusammenfassung meiner Ergebnisse:
Das Konsteiner Bioherm besteht aus zehn Korallenarten
und einer reichhaltigen Begleitfauna. Auf Grund des völligen Fehlens
von Leitfossilien wurde die stratigraphische Einordnung anhand anderer bereits
in der Literatur erwähnter Korallenfunde vorgenommen. Eine Einstufung
in den Malm Zeta 2 ist demnach vertretbar. Im Lebensraum der Konsteiner Korallen
herrschten bereits viel früher als bisher angenommen sehr gute Lebensbedingungen
für Korallen.
Für das
Ablagerungsmilieu in der Konsteiner Wanne ergeben sich aus den Korallenfunden
folgende Hinweise:
- Die Tiefe
des Ablagerungsraumes lag bei maximal 100 m. Durch die relativ küstennahe
Lage des Ablagerungsraumes und das Vorhandensein des rein korallendominierten
Riffes ist eine Position im flachen Rampenbereich zu vermuten. Die wahrscheinlichste
Tiefe ist nach Auswertung aller gegebenen Fakten mit ca. 30 m (Sturmwellenbasis)
anzusetzen.
- Es herrschte
im Bereich der Korallenriffe normalmarines Milieu. Eine Übersalzung,
wie sie für den Bereich der Plattenkalkwannen angenommen wird, hätten
die Korallen nicht vertragen.
- Es existierte
eine stärkere Wasserbewegung, die wahrscheinlich durch kurzzeitige
Sturmereignisse noch erheblich verstärkt wurde. Dadurch kam es zur
Zerstörung vor allem der feinästigen Korallenarten.
- Die Hintergrundsedimentation
im Lebensraum der Korallen war gering. Das Wasser war klar und enthielt
nur wenig Schwebstoffe. Bei hoher Hintergrundsedimentation und dadurch bedingtem
hohen Schwebstoffanteil im Wasser wären die Filterapparate der Korallen
verstopft worden und die Korallen somit abgestorben. Angriffe von Bohrorganismen
wären durch das zwischen und auf den Korallenstöcken abgesetzte
Sediment verhindert worden.
- Der Lebensraum
der Korallen war gut durchlichtet. Dies ist eine Voraussetzung für
die Symbiose der Korallen mit den Photosynthese betreibenden Zooxanthellen.
Eine Besiedelung der Fränkischen
Karbonatplattform durch Korallenriffe war nicht nur, wie in bisherigen Veröffentlichungen
angenommen auf den östlichen Teil beschränkt, sondern reichte weiter
nach Westen bis in die Wellheimer Gegend. Hier waren bereits ab dem Malm Zeta
2 größere Korallenriffe vorhanden und nicht nur einzelne Korallenstöcke,
wie in der Literatur beschrieben. Dies spricht bereits ab dem Malm Zeta 2
für wesentlich bessere Lebensbedingungen in den partiellen Wannenbereichen
- früher, als bisher angenommen. Vereinzelte Korallenfunde ab dem oberen
Malm Delta in der Umgebung des Konsteiner Riffes können als Hinweis auf
eine Entwicklungsgeschichte der Korallenriffe in diesem Gebiet ähnlich
wie im östlichen Teil der Frankenalb gedeutet werden. Das Wachstum der
Korallenriffe setzte in westlichen Teil der Frankenalb vielleicht etwas zeitlich
verzögert ein, es herrschten aber ab dem oberen Malm Delta bereits verbesserte
Lebensbedingungen für Korallen.
Ein Teil meiner
Diplomarbeit wurde in der Zeitschrift Archaeopteryx veröffentlicht:
Trögl, C. (2000): Ein
Korallenriff aus dem Oberen Malm südlich von Dollnstein, Mittelfranken.
- Archaeopteryx 18: 93-100; Eichstätt.
Für Interessierte gibt es hier meine Veröffentlichung als PDF zum
Download.
Bei Fragen zu
meiner Arbeit wenden Sie sich bitte an:
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